T®ASH
Dieses „Tangible User Interface“ ist im Rahmen eines Studienprojekts an der Hochschule Furtwangen entstanden und dient der physisch erlebbaren Steuerung eines komplexen Kaufvorgangs. Der Benutzer hat dabei die Möglichkeit, durch die Platzierung physischer Elemente innerhalb der Umgebung mit dem System zu interagieren.
Das „Tangible User Interface“ stellt dabei ein Puppenhaus dar, in dem jeder Raum einen bestimmten Teil einer Hochzeitsplanung repräsentiert. Das Hauptinteraktionsobjekt der Umgebung ist eine Puppe, die die Braut symbolisiert. Diese wird im Laufe des Einkaufs- und Planungsvorgangs durch alle Räume geführt, um jeweils Teilaspekte der Hochzeit zu planen.
Technisch basiert T®ASH auf der RFID-Technologie. Alle Interaktionsobjekte sind mit RFID-Tags ausgestattet und können so eindeutig identifiziert werden. In allen Räumen des Puppenhauses sind RFID-Reader in den Boden eingelassen und jeweils mit dem Systemrechner verbunden.
Nachfolgend erläutert ein kurzer Film die grundlegenden Funktionaliäten dieser Plattform und zeigt die produktive Arbeit mit dem System auf. Zusätzlich bieten einige Bilder Einblicke in die technischen Abläufe und stellen die integrierte grafische Benutzeroberfläche vor.
T®ASH v2
Ausgehend von einigen Benutzerstudien und Beobachtungen bezüglich der Interaktionen mit dem System hat sich gezeigt, dass an der ein oder anderen Stelle Änderungsbedarf besteht. Im Rahmen meiner Bachelorthesis habe ich mich daher mit der Frage befasst inwieweit sich „Tangible User Interfaces“ durch eine Gestensteuerung noch intuitiver gestalten lassen und die Ergebnisse exemplarisch am Beispiel T®ASH implementiert.
Einige der zentralen Benutzerinteraktionen sind daher nun per Handgeste steuerbar und nicht mehr auf physische Interaktionen angewiesen. Diese gestenbasierte Steuerung kommt in erster Linie im Zusammenhang mit dynamischen Inhalten zum Einsatz. So lässt sich beispielsweise mit Wischgesten nach rechts bzw. links durch Listen navigieren oder mit der „Thumbs-Up“-Geste eine Eingabe bestätigen.
Erfasst werden die Gesten mithilfe der Nintendo Wii Remote bzw. der dort integrierten Infrarotkamera. Analog zu einem Ansatz von Johnny Chung Lee wird die Wii Remote dabei allerdings fest in der Umgebung verankert und infrarotes Licht von daneben positionierten LEDs erzeugt. Dieses infrarote Licht wird mithilfe eines einfachen Klebenstreifens aus reflektierender Folie an er Hand des Benutzers zurück zur Kamera geworfen, die dadurch Bewegungen registrieren kann.
Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die verwendete Technik, die neu gestaltete Umgebung der Anwendung mit integrierter Wii Remote sowie die umgesetzten Gesten, die zur Steuerung verwendet werden können.